Mit Valentina, Laura, Yara, Samira, Lena, Maya, Zofia und Robin ging es in diesem Jahr ins Trainingslager nach Lloret de Mar – und schon der Start hatte mehr Abenteuerpotenzial als so mancher komplette Saisonauftakt.
Denn wer glaubt, der Weg an die spanische Küste beginne automatisch mit Sonne, Palmen und guter Laune, der kennt offenbar den Schwarzwald Ende März nicht. Noch mitten in der Nacht ging es los, und statt Frühlingsgefühlen gab es zunächst einmal Schneesturm, winterliche Straßen und den dezenten Hinweis der Natur, dass man sich so eine Reise ja auch wirklich verdienen muss. Ab Freiburg wurde es dann spürbar entspannter, und die Fahrt nahm genau die Richtung, die man sich bei einem Trainingslager wünscht: raus aus Grau und Kälte, hinein in südfranzösische Weite, vorbei an der Mittelmeerküste, entlang der Ausläufer der Pyrenäen und schließlich ins sonnige Katalonien.
In Lloret angekommen, wurden erst einmal die Zimmer bezogen, ehe es direkt an den Strand ging. Dort stand keine Heldentat auf dem Programm, sondern genau das Richtige nach einer langen Reise: Beine lockern, Füße aktivieren, ein bisschen Propriozeption im Sand und den Körper langsam auf Betriebstemperatur bringen. Der Start war bewusst ruhig – aber eben nicht untätig.
Danach nahm die Woche schnell Fahrt auf. Im Stadion wurde an Starts gearbeitet, im Weit- und Hochsprung gefeilt und abends im Kraftraum die Muskulatur aktiviert. Es folgten Einheiten mit Hürdenkoordination, Wickets und Tempoläufen, ergänzt durch Strandtraining, Kraftarbeit und eine kleine Abkühlung im Meer, die je nach Perspektive entweder Regeneration oder Charakterbildung war.
Auch die weiteren Trainingstage hatten es in sich. Fliegende Sprints, Zugwiderstandsläufe und Hochsprung mit der gesamten Gruppe brachten ordentlich Spannung in den Ablauf. Dazu kamen Medizinballarbeit und die berüchtigten Laktattoleranzläufe – jene Momente, in denen man sich fragt, warum man sich freiwillig anmeldet, und wenige Minuten später schon wieder stolz ist, genau das getan zu haben. Kurz gesagt: Es wurde intensiv gearbeitet, mit guter Stimmung, viel Einsatz und erfreulich wenig Jammern. Meistens jedenfalls.
Ein echtes Highlight war der Ausflug nach Barcelona. Dort wartete der Barcelona Race Battle auf unsere Athletinnen und Athleten. In zwei Viererteams ging es quer durch die Stadt. Startpunkt war die Plaça de Catalunya, von dort mussten sich beide Teams über verschiedene Orts-, Kreativ- und Aktions-Challenges Schritt für Schritt den geheimen Zielort erspielen. Es wurde gerätselt, gelaufen, gefilmt, improvisiert und diskutiert – mal strategisch klug, mal mit sehr mutiger Auslegung des Begriffs Orientierung. Nach jeder bestandenen Challenge gab es eine weitere Ziffer für die finale Zielkoordinate. Am Ende führte der Weg beide Teams zur Kathedrale von Barcelona, wo das Siegerteam feststand und ein rundum gelungener Ausflugstag seinen Abschluss fand.
Weil das Stadion am Ostersonntag geschlossen war, musste kurzfristig umgeplant werden. Aus der Planänderung wurde allerdings kein Notprogramm, sondern einer der stärksten Tage der gesamten Woche. Statt Bahntraining stand eine Wanderung an der Costa Brava auf dem Programm – und was für eine. Die Strecke führte durch die Berge, entlang der Küste, über schmale Wege, Seilpassagen und kleinere Kletterstellen. Es war anstrengend, spektakulär, landschaftlich grandios und irgendwo zwischen Wanderung, Abenteuerfilm und leichtathletischem Zusatztest angesiedelt. Eine 12 von 10, ohne Diskussion. Am Abend wurde dann gemeinsam entspannt – mit Eis, Cocktails und dem guten Gefühl, dass man sich das an diesem Tag wirklich verdient hatte.
Zum sportlichen Abschluss gab es noch einmal das volle Hürdenprogramm, dazu Gleichgewichtstraining und Weitsprung. Am Abreisetag fiel die geplante Vormittagseinheit bewusst aus. Stattdessen konnten alle ausschlafen, in Ruhe packen und sich ohne zusätzlichen Muskelkater auf die Weiterreise vorbereiten. Denn mit der Heimreise war das Trainingslager noch nicht ganz vorbei: Es ging zunächst nach Genf, wo eine Übernachtung anstand, bevor am nächsten Tag das CERN besucht wurde. Der Einblick in das Forschungszentrum und den Teilchenbeschleuniger war für alle ein spannender Kontrast zu den Tagen auf Bahn, Strand und Küstenpfaden. Anschließend blieb noch Zeit für einen Bummel durch die Genfer Innenstadt, ehe es endgültig zurück nach Deutschland ging.
Am Ende bleibt eine Trainingslagerwoche, in der sportlich sehr gut gearbeitet wurde und gleichzeitig vieles zusammenkam, was solche Fahrten besonders macht: gemeinsame Herausforderungen, neue Eindrücke, starke Trainingseinheiten, spontane Umplanungen, viel Teamgeist und jede Menge Erlebnisse, über die man noch länger sprechen wird. Zwischen Schneesturm im Schwarzwald und Sonne in Katalonien, zwischen Stadion, Strand, Barcelona, Costa Brava und CERN war wirklich alles dabei – außer Langeweile.
Die Videos zum Trainingslager gibt es übrigens auf Instagram im Highlight. Reinschauen lohnt sich.











